
Kultusstaatssekretär Sibler

Schulleiter Ludwig Haslbeck

Laura Gimmler

Georg Späth

Lucas Krahnert

Lucas Krahnert YOG 2012
Das Kultusministerium gibt bekannt: Leistungssportler in 13 Schuljahren zum Abitur
am 23.01.2012 - 18:25 Uhr
„Schule und Leistungssport besser zu vereinbaren – dies ermöglichen wir unseren Schülerinnen und Schülern an den Eliteschulen des Sports beziehungsweise den Partnerschulen des Leistungssports seit diesem Schuljahr noch besser“, betonte Kultus- und Sportstaatssekretär Bernd Sibler bei der Pressekonferenz des Ministeriums im Gertrud-von-le-Fort-Gymnasium Oberstdorf.
Wahlweise 13 Jahre bis zum Abitur
Die jungen Leistungssportler haben nun an diesen Schulen die Option, die regulär zweijährige Qualifikationsphase bis zum Abitur in drei Jahren zu absolvieren. „Durch diese Sondermaßnahme können konkurrierende Ansprüche von Schule und Leistungssport in der gymnasialen Oberstufe deutlich besser miteinander in Einklang gebracht werden“, erklärte Staatssekretär Sibler. „Die Schülerinnen und Schüler können auf diese Weise trainingsbedingt versäumten Unterricht leichter nachholen und haben zugleich mehr Zeit für ihr leistungssportliches Training“, so Sibler weiter.
Laura Gimmler, Schülerin und DSV-Nachwuchstalent im Skilanglauf bestätigte, dass die neue Regelung den schulischen Druck stark senke und die Vereinbarkeit mit dem Sport sehr fördere.
Drei Aspekte sind entscheidend
Im Mittelpunkt der Flexibilisierung der Qualifikationsphase für das Abitur steht die gezielte Förderung von Schülerinnen und Schülern mit herausragendem sportlichem Talent an den Eliteschulen des Sports und den Partnerschulen des Leistungssports.
Dabei ist das Angebot freiwillig. Die Entscheidung, welche schulischen Belastungen der Nachwuchsathlet mit seinem Leistungssport vereinbaren kann, trifft er selbst - zusammen mit seinen Eltern.
Die Weichenstellug erfolgt frühzeitig: Bereits Ende der zehnten Jahrgangsstufe können nun vorausschauend und langfristig die Ansprüche von Schule und Leistungssport für die gesamte Qualifikationsphase der Oberstufe aufeinander abgestimmt werden. "Dies garantiert den Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Trainern einen langfristigen Planungs- und Organisationshorizont", erklärte Schulleiter Ludwig Haslbeck.
Mehr Zeit für den Schulstoff bedeutet auch mehr Zeit für's Training
Durch die Flexibilisierung der Qualifikationsphase in der gymnasialen Oberstufe an den Eliteschulen des Sports und Partnerschulen des Leistungssports kann die zeitliche schulische Belastung der Leistungssportler deutlich gesenkt werden. Dabei gibt es keinerlei Abstriche beim schulischen Niveau. Die Flexibilisierung der Oberstufe ermöglicht eine Absenkung der Wochenstundenzahl von etwa 34 auf 21 bis 22. Im Gegenzug wird die elfte Jahrgangsstufe in Q11a und Q11b aufgeteilt und somit um ein Jahr verlängert. Die Sportschüler haben so Zeit, die steigenden Trainingsumfänge im Spitzensportbereich ohne Abstriche bei den schulischen Leistungen zu realisieren.
Relevante Abiturfächer durch spezielle Kurse abgedeckt
In den verbindlichen Abiturfächern Deutsch, Mathematik und Englisch wird ein kontinuierlicher Lernerfolg in der verlängerten Qualifikationsphase durch spezielle Kurse für Leistungssportler gewährleistet. Im Abiturjahr selbst besuchen die Leistungssportler in ihren Abiturfächern wieder die regulären Kurse. Gerade Wintersportler, die trainings- und wettkampfbedingt in der Saison teilweise über 90 Schultage versäumen, verpassen durch die neue Regelung insgesamt weniger Unterrichtsstoff. Dadurch wird auch das Nacharbeiten wesentlich erleichtert.
Vorteil der Schulzeitstreckung am Beispiel von Lucas Krahnert
Lucas Krahnert vom Skiinternat Oberstdorf war einer der deutschen Teilnehmer bei den 1. Olympischen Jugendwinterspielen in Innsbruck. Vom 13.-22. Januar 2012 war der Mindelheimer auf den alpinen Rennstrecken am Patscher Kofel unterwegs und hat die deutschen Farben in fünf Disziplinen vertreten. Diese sportliche Ehre hätte vor der Flexibilisierung der gymnasialen Oberstufe für Lucas einen schulischen Albtraum bedeutet: "So toll das Erlebnis bei den Jugendspielen war – jetzt muss ich erst mal ganz schön viel für die Schule nachholen. Dabei profitiere ich von der Schulzeitstreckung, für die ich mich Anfang des Schuljahres entschieden habe. Ohne sie wäre es für mich nicht möglich, den verpassten Stoff auf einem qualitativ guten Level nachzuarbeiten."
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